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Genossenschaft fordert mehr als Teilhabe

Kerstin Griese 300x169 - Genossenschaft fordert mehr als Teilhabe

Zum zwölften Mal fand jetzt die Staatenkonferenz zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) bei den Vereinten Nationen in New York statt, bei der sich die Vertragsstaaten über den Umsetzungsstand der Konvention und gute Beispiele austauschen. Das diesjährige Motto lautete: „Sicherstellung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen in einer sich verändernden Welt durch die Umsetzung der UN-BRK“. Auch an der diesjährigen Staatenkonferenz haben wieder fast alle Vertragsstaaten sowie weitere Beobachterstaaten und zahlreiche Nichtregierungsorganisationen teilgenommen. Zentrale Themen waren Digitalisierung und Inklusion, soziale Inklusion und Gesundheit sowie kulturelle Teilhabe, Bewusstseinsbildung und barrierefreier Zugang zu Erholung, Freizeit und Sport. Neben dem Konferenzprogramm gab es eine Vielzahl von Veranstaltungen der Vertragsstaaten und Nichtregierungsorganisationen.
Kerstin Griese (Foto), Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Arbeit und Soziales, leitete die deutsche Delegation, der auch der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, angehörte. Sie betonte in ihrem Beitrag in der Generaldebatte bei den Vereinten Nationen, dass Deutschland den Paradigmenwechsel zu einer menschenrechtsbasierten Behindertenpolitik weiter vorantreiben werde.
Gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und der International Disability Alliance richtete Deutschland ein Fachgespräch zu Barrierefreiheit und Inklusion am Rande der Staatenkonferenz aus, an der auch der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, und sein Amtskollege aus New York, Victor Calise, teilnahmen.
Darüber hinaus hat sich die Parlamentarische Staatssekretärin Kerstin Griese mit den Delegationen aus Großbritannien, Israel, Jordanien, Kanada, Polen sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten getroffen, um sich über die Politik für Menschen mit Behinderungen sowie über die internationale Zusammenarbeit bei diesem Thema auszutauschen.
Nach zehn Jahren der Ratifizierung der UN-BRK müsse die Bundesrepublik nach der Gesetzesnovellierung endlich Taten folgen lassen, betont Friedrich-Wilhelm Haarstrich, hauptamtlicher Vorstand Hannovers neuer Sozialgenossenschaft. Die Aufgabenliste sei noch lang. Die größte Herausforderung bestünde in der Veränderung grundlegender Strukturen. "Menschen mit Beeinträchtigungen wollen mehr als Teilhabe - sie wollen Teilnahme, das ganz normale Leben." In allen Lebensbereichen müsste an dem Dabei-Sein in der Gesellschaft gearbeitet werden, Deutschland sei für Menschen mit Beeinträchtigung eine Dienstleistungswüste. Die Sozialgenossenschaft wolle dabei helfen, Kinder, Männer und Frauen mit Handicap den Zugang zum Mitgestalten zu ermöglichen - ganz nach dem Motto: "Sei dabei, so wie Du bist".